Erstinkungsgefahr! Ostern wird wieder bespritzt. Doch merke: Auch wenn die heutigen Wässerchen besser riechen als diejenigen aus der ehemals volkseigenen rumänischen Produktion, so weckt das Gemisch spätestens ab dem dritten Flacon keine Frühlingsgefühle mehr, sondern den Reflex, sich die Nase zuzuhalten. Nanu? Die Herren der Schöpfung fangen an zu lachen? Ist ja auch kein Wunder, schließlich werden die Geruchsnerven der Täter mit ausreichend Alkohol betäubt. Und die Damen? Neben den 10 Sorten Patschuli gibt es zum Schluß auch noch Mundgeruch ab 40% aufwärts. Doch dagegen gibt es ein Mittel: den virtuellen Bespritzerservice. Da hat die Dame auch nachher noch Lust auf Eier. Frohe Ostern! |
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Namenstag Es zog einst ein Vater zum Pfarrer um die Geburt seines Sohnes bekanntzugeben. "Wie soll das Kind denn heißen?", fragte der Pfarrer. Prompte Antwort:"Gründo!" Der Pfarrer wird stutzig:"Wie?" "Na, Gründo!" "Den Namen gibt es nicht." "Na, wie gibt es den Namen nicht? Er steht im Kirchenkalender drin!" |
| Da musste sich dann auch der Pfarrer eines besseren belehren lassen, denn jedes Jahr stand am Donnerstag vor Ostern Gründo. im Kalender. Für einen Einwand der Pfarrers war es jedoch zu spät, da die Geburtsurkunde bereits ausgestellt war. Doch ein Mann namens Gründo ist in Siebenbürgen niemals aufgetaucht - oder etwa doch? |
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Traian Basescu: Ich bin kein Berliner Von der deutschen Öffentlichkeit fast unbemerkt hat Traian Basescu den Frachter "Rumänien" in Berlin auf Kurs gebracht. Er werde das Schiff sicher in den Hafen Europa bringen, erzählte der Kapitän a.D. der taz. Dafür müssen aber bis Ende Juni noch 77 Gesetze durch das rumänische Parlament gepeitscht werden, um das Land für die EU-Normen fit zu machen. Doch eins ließ Basescu sich auch von Schröder nicht entlocken: Militärisch hält er an einer Achse Bukarest - London - Washington fest. Das sorgte dann doch für einen unangenehmen Beigeschmack. Denn so, lieber Traian, so wird man kein Berliner.
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Numa, numa dance... De numa, numa hat sich ein holländischer Prachtbursch de cacat gemacht. Vor der Livecam ließ er sich zu einer bühnenreifen Show passend zu dem letztjährigen Sommerhit "Dragostea din tei" hinreißen. Das Video wurde ein Renner und kursierte schon bald landauf landab durch die Weiten des Netzes. Einen Namen bekam die Darbietung dann auch bald: "Numa-Numa-Dance" (frei nach "Wre se pletsch da numa numa je.") Eine verhängnissvolle Idee hatte dann die Redaktion von Spiegel Online: "Wer kann dieses Video toppen?" Daraufhin gingen die Redakteure samt ihrer Mail-Postfächer alle in einer Flut von Zusendungen unter. Es waren zwar auch etliche gute Videos dabei, doch das Original konnte keiner mehr toppen.
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Was weltweit um sich greift, macht auch um Rumänien keinen Bogen... Blogs! In den Tiefen des Netzes finden sich englische Business- und Abenteurerblogs aus Rumänien. Dazu aber auch Blogs von Rumänen in den USA oder in Deutschland. Rumänen in Rumänien gibt es auch, und über den alltäglichen rumänischen Wahnsinn berichtet ein Blogger aus Iasi. Beiträge zur sozialen Verantwortung von Firmen gibt es bei der Soros-Foundation. Wer selber einfach drauflosschreiben will, kann sich bei weblog.ro anmelden. Wer nur schmökern will, der findet eine umfangreiche Linkliste zu rss-Feeds aller Art (neben Blogs auch Foren, Online-News und -Zeitungen und Mailinglisten) unter rss.mioritics.ro . Da hat sich auch der Schreiber dieser Zeilen bedient. |
Ein Neckermannvon Quelle Was in Rumänien schon seit Jahrzehnten das Synonym für dicke Wälzer einer traumhaften Konsumwelt ist ("Am vazut intr-un necherman de la Cuele niste adidasi Puma."-"Ich hab in einem Neckermann von Quelle ein paar Puma-Adidas gesehen."), wird jetzt Realität. Während die KarstadtQuelle AG in Deutschland langsam aber sicher den Bach runtergeht, rechnen sich die Versandtöchter von Quelle und Neckermann in Ost- und Südosteuropa gute Chancen aus. Und so werden die Briefbeschwerer demnächst in Rumänien in der Landessprache auf den Markt kommen. Wenn die ersten Familien dann komplett eingekleidet sind, dann heißt es wieder wie vor Jahren:"Der Neckermann mat senger Fra uch senger Paraputch derza." |
Frauen auf Bestellung Frauen gibt es in Rumänien wie Sand am Meer. Jetzt kann man sich sogar welche per Internet bestellen. Schön sauber im Katalog aufgeführt, teilweise sogar von mehreren Seiten abgelichtet, und immer heiratswillig. Wer Zweifel daran hegt, der wird beruhigt: "(Alle Frauen)suchen das Eheglück. Wir würden uns unsere Arbeit nur unnötig erschweren, wenn die Damen andere Ziele hätten." Weitere Vorzüge der angepriesenen Ware: "Ein 40 jähriger Herr kann also durchaus auch Interesse an einer Dame ab 22J. bekunden, weil eine 22jährige das evtl. selber so will. Dennoch, obwohl so jung, ist die Reife einer 22jährigen Rumänin viel fortgeschrittener, als die moralische Reife einer verwöhnten gleichaltrigen Dame aus dem Westen." Schmeicheleinheiten für den Kunden gibt es aber auch: "Westeuropäische Männer genießen einen sehr guten Ruf als Ehemann und Vater, dies kann man von den Männern im Land der Dame nicht behaupten." Na, wenn das nicht die Herzen und die Brieftaschen öffnet, was dann?
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Das Biz mit dem Baragan "Ich war im Baragan." Dieser Satz, der etlichen Banatern in den 50er Jahren ein paar wertvolle Jahre ihres Lebens gestohlen hat, war plötzlich wieder so in Mode, das etliche Personen, die diesen Landstrich nur vom Hörensagen kennen, ihn für sich in Anspruch genommen haben. Mit gefälschten Unterlagen gingen sie zum Amt und machten ein gutes Biz indem sie Entschädigungen kassierten, wie sie den ehemaligen politischen Häftlingen zustehen. Doch jetzt flog das Geschäft auf, und 340 Personen wurden vors Gericht gezerrt. In Bukarest - nicht im Baragan. |
Knacki gesucht Was ein gutes EDV-Netzwerk und effiziente Kommunikation zwischen Polizeidienststellen wert ist, durften Polizeibeamte aus dem Kreis Hunedoara feststellen. Sie fahndeten ein halbes Jahr lang nach einem Einbrecher und fanden ihn... im Knast. Des Rätsels Lösung: bei einem Einbruch wurde der Dieb ertappt, und die Täterbeschreibung führte zu einer Fahndung. Ein paar Tage später wurde er nach einer Bombendrohung verhaftet und rechtskräftig verurteilt. Von diesem Fall bekam die zuerst eingeschaltete Polizeieinheit jedoch nichts mit - und fahndete munter weiter. |
Geschichten vom Pitter Misch(6):Ostertage Guten Tag ihr guten Leut. Endlich kommt das Frühjahr. Erst dachte man, der Winter will nicht kommen, und dann kam der Winter. Und wie in diesem Jahr der Ostertag so früh ist, da hab ich schon fast gedacht, der Schnee erwischt uns am Ostertag. Aber jetzt, Gottseidank, das Wetter wird besser. Nur, den meisten ist es ja jetzt egal, wie das Wetter am Ostertag ist. Denn Hopp, und schon ist man in Mallorca. Auch die Daggi und der Jens sind jetzt hingeflogen. Die hab ich um diese Zeit noch nie zu Hause gesehen. Aber wahrscheinlich weil ihnen ein Kind fehlt, nachher sind sie dann nicht mehr so beweglich. Also ich, ich bleib mit meiner Maio zu Hause. Wir machen das dann wie wir es immer gemacht haben. Am Sonntag gehen wir in die Kirche und am Montag gehen wir zu der Verwandtschaft. Na ja, wir haben das auch nicht immer so gemacht. Denn in der Uzina haben wir am zweiten Ostertag gearbeitet. Wir haben aber nur so gemacht, wie wenn wir arbeiten würden. Denn irgendwann ist ein Sachs mit einer Flasche Schnaps aufgetaucht, und dann haben wir uns fast immer omenit. Aber nur wir Sachsen, denn die Rumänen haben immer später gefeiert. Und wenn wir mit der Arbeit fertig waren, dann sind wir noch nach der Arbeit bespritzen gegangen. Auf jeden Fall die, die noch gehen konnten. Und die Kinder durften ja dann auch nicht mehr am zweiten Ostertag zu Hause bleiben. So sind die Purschen dann am Sonntag bespritzen gegangen. Das war dann aber nicht mehr schön, denn um 10, wenn die Kirche angefangen hat, da sind sie schon betrunken in die Kirche gekommen. Und der Gerd vom Medwescher Pitz, der heute so ein Bandit ist, der hat einmal während dem Vaterunser ausgegeben. Der war am Palmsonntag frisch konfirmiert, und eine Woche später hat er sich benommen wie ein Schwein. Dann hieß es, hey, nicht gebt den Purschen so früh zu trinken. Aber das hat dann gehalten bis im nächsten Jahr und dann war es wieder, wer den Jungen am meisten auftischt, und wer von den Jungen am meisten verträgt. Damals war meine Daggi noch nicht so alt. Da haben die Bespritzer dann nur ein paar gefärbte Eier und ein Sträußchen an die Brust gekriegt. Und was meinst du, was die gemacht haben? Irgendwann, wenn die Tasche voll war mit Eier, dann haben sie sich damit geschlagen. Das hat sich ausgezahlt, denn nachher war kein Ei mehr ganz. Die konnten das schon damals nicht schätzen, wieviel Arbeit man hineingesteckt hat. Jetzt bekommt man die Eier fertig gefärbt im Geschäft. Und wer weiß, was für ein Rattengift in der Farbe drin ist. Man sollte wieder anfangen, die Eier in Zwiebelschalen zu kochen. Das war viel gesünder. Auch wenn jetzt überall Öko drauf steht, gesund ist das nicht, was die verkaufen. Na ja, ich geh dann mal, meine Maio wartet auf die Eier. Sie muss noch backen. Macht es gut - und zurpt nicht zuviel. |
| Molwahnsinn In der SiBild Nr.25 haben wir einen Reiseführer vorgestellt, der den geneigten Leser in ein fiktives Urlaubsparadies in Osteuropa entführte. Zunächst erfreuten sich nur die Australier, Amis und Briten an Knoblauchschnaps und römischen Ruinen von 1978. Doch passend zur Reisesaison 2005 gibt es die Infos über das Land des schadhaften Lächelns und des Keuchhustens jetzt auch auf deutsch. Auf gehts! |
Trauzeugen gesucht Wer zuviel Geld hatte, hatte die Chance sich dessen zu entledigen. Wie? Er meldete sich als Nash bei einem rumänischen Ehepaar, das seine Trauzeugen per Internet suchte. Doch der Maßstab lag hoch. Kein geringerer als der jetzige Staatspräsident Traian Basescu war der Wunschkandidat der zwei Verliebten. Doch jetzt scheint sich das Problem aufgelöst zu haben. Wie? Darüber liegt zwar ein Mantel des Schweigens. Aber die spirituellen Eltern scheinen gefunden. Schöner Spiritus. Spiritus Lei! |
![]() WunderkinderFür ihre Fangemeinden sind sie beide wahre Götter. Gleichzeitig auch wahre Wunderkinder. Diego Armando Maradona, seinerzeit teuerster Spieler der Welt, verzauberte die Fußballfans mit Dribblings und Kunstschüssen wie kein zweiter. Adrian Simionescu ist seines Zeichens das Wunderkind der rumänischen Manele-Szene und kriegte auch passend dazu den Beinamen Copilul Minune, auf gut deutsch: das Wunderkind. Aber: Wer ist wer? |
Fundstücke:Die Rumänen Ein hartes Urteil fand Meyers Konversations-Lexikon von 1897 in seinem Beitrag über die Rumänen. Da heißt es unter anderem: "Bei den R. der höhern Stände und in den großen Städten zeigt sich ein starkes Nachahmen des Pariser Geschmacks, und die Bojarinnen gelten als prachtliebend und kokett. Für die Volksbildung geschieht erst neuerdings etwas mehr. Der Rumäne gilt als hinterlistig, feig, grausam und faul; doch hat er im letzten orientalischen Kriege (1878) sich als tapferer Soldat gezeigt. Dabei ist seine natürliche Begabung vorzüglich, sein Geschick für mechanische Arbeiten groß, auch zeigt er bedeutende Anlagen zum Kunstgewerbe. Viele R. führen in den Gebirgsländern ein nomadisierendes Hirtenleben, während andere in den fruchtbaren Gegenden Siebenbürgens und des Königreichs Rumänien Ackerbau treiben, doch sind sie fast durchweg in einem sonst in Europa kaum wieder gekannten Maß den Juden verschuldet. Hauptnahrungsmittel ist der Mais als dünner Brotkuchen, wozu Schafskäse, Speck, Zwiebeln, Obst und Fische die Zukost bilden. Die Religion ist infolge der niedrigen Bildungsstufe der Popen eine sehr äußerliche. Im Festkalender spielt das Fest des Hauspatrons die größte Rolle, und Musik, Gesang(schwermütig und wenig melodiös), Tanz, meist von Zigeunern aufgeführt, hören das ganze Jahr wegen der vielen Feiertage nicht auf." Wesentlich kürzer fasst sich heute hingegen das von Bertelsmann herausgegebene Online-Lexikon www.wissen.de: "Rumänen - Balkanvolk mit romanischer Sprache (rund 23 Mio.) im Gebiet zwischen Donaubecken und Schwarzem Meer; wahrscheinlich romanisierte Nachkommen der Daker des Altertums. Umfangreiche Schafzucht mit Wanderhirtentum; in den Karpaten Almwirtschaft." |
| Beiträge in dieser Ausgabe von Peter Dietrich, Hans-Detlev Buchner, Günther Melzer |
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