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Selbstfindungstrip In den letzten Tagen ist im Rokestuf-Forum ein Fragebogen aufgetaucht: Was bedeutet es ein Siebenbürger Sachse zu sein? Ist es eine Bürde, ist es cool? Was ist daran positiv, und was regt auf? Die Fragen richten sich zwar in erster Reihe an Jugendliche, aber auch auf Antworten aus der älteren Generation darf man gespannt sein. |
Der alte Mannund der Sexchat Er hat es doch noch getan. In einem Alter, in dem andere in Rente gehen, hat Roman sich einen Internetanschluss zugelegt. Und siehe da, es dauerte nicht lange, und der Schäßburger fand den Weg in den Garten Eden, genauer gesagt in die Edencity-Community. Als Dr. Amore bot er verzweifelten Frauen seine Hilfe an und wickelte sie mit seiner erotischen Wortkunst (Lippe Lust) ein. Und dann knallte es. Bei einer 24-jährigen aus Ostdeutschland. Eine, deren feuchte V sich nach seinem Liebesbaum sehnte. Eine, die real ganz anders aussah als er es sich virtuell ausgemalt hatte. Und wenn sie mal virtuell abwesend war, erzählte er ihr am Telefon: "Eine Luxemburgerin, mit der ich in meinem Dialekt chatten kann, war eben da." Mehr über die Liebschaft zwischen dem alten Sachsen und der jungen Ossi könnt ihr in Dieter Schlesaks "Romans Netz" nachlesen. |
Ein Sachs für Bukarest Im Gezerre um das rumänische Stimmvieh, das zurzeit anläßlich der Wahlen im November stattfindet, wurde ein neuer Name in den Ring geworfen. Nachdem Stolojan(PNL) als Präsidentschaftskandidat der oppositionellen Allianz "Recht und Wahrheit" das Handtuch geworfen hat, stieg Traian Basescu(PD) zum Primus auf. Und jetzt kommts: Im Falle eines Sieges von Basescu soll Klaus Johannis zum Premierminister berufen werden. Und das obwohl der Hermannstädter Bürgermeister in Vergangenheit schonmal ein (Waffenstillstands-)Abkommen mit der derzeitigen Regierungspartei PSD unterzeichnet hat. Erfolg macht sexy, doch den Hermannstädtern wäre es lieber, wenn ihr Bürgermeister in Bukarest nicht so begehrt wäre. Denn ein Nachfolger kann (Zitat aus Hermannstadt) "nur alles zerstören, was dieser Mann in unserer Stadt aufgebaut hat." |
Rettung für Gundelsheim
Seit Jahren geht es den siebenbürgischen Institutionen in Gundelsheim an die Finanzen. Spendenaufruf um Spendenaufruf erfolgte, doch es schien keine Rettung in Sicht. Bist jetzt. Axel Azzola, vormals in Mecklenburg-Vorpommern Staatssekretär von PDS-Gnaden und derzeitiger Präsident der Deutsch-Rumänischen Gesellschaft, hat sich zu Wort gemeldet: Eine Förderung der Institutionen sei ohne weiteres vermittelbar, sobald die wissenschaftliche Nullität, die derzeit in Gundelsheim das sagen hat, weg ist. Auch würde er persönlich eine Stelle für einen Mitarbeiter seiner Wahl finanzieren. Da sagt der Sachs doch glatt "hola Amigo, Mephistos Deal war auch nicht schlechter". |
A land untouched by modern dentistry:Molvanîa Molvania, das Herkunftsland des Keuchhustens, wird als Reiseziel oft übersehen, aber dank des neuen topaktuellen "Jetlag Travel Guide" kann der geneigte Besucher nun eins der bestgehüteten Geheimnisse Osteuropas entdecken. Hier kann man ein römisches Amphitheater besichtigen, das in den 1970er Jahren von einer italienischen Baufirma gebaut wurde, die während der Bauzeit pleite ging, sodaß nur noch Ruinen übriggeblieben sind. Bemerkenswert ist auch die Nationalpflanze - der Knoblauch: allmorgendlich wird der Tag mit einem Knoblauchschnaps begrüsst(siehe Foto), und wenn das Geld mal wieder überhaupt nichts mehr wert ist, dann kann man seine Rechnung mit Knoblauchzehen begleichen. Gute Nachrichten gibt es aber auch: Mit einer Inflationsrate von 28 % wird die nationale Währung, der Strubel, zunehmend stabiler, und die Knoblauchzehe als Zahlungsmittel uninteressant. Um die eigene Sicherheit braucht man sich mittlerweile auch keine Sorgen mehr zu machen: Wenn mal etwas abhanden kommt, muss man sich nur nach einem Zivilgardisten umschauen, denn er ist mit hoher Wahrscheinlichkeit der Dieb. Schade nur, das die Ortsnamen größtenteils slawisch und baltisch sind, sonst könnte sich der SiBild-Leser in diesem Land glatt heimisch fühlen. |
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in den Winter
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beten Foater auser dier dau best em Hemmel, geheleget verde deing numen, zaukomm aus deing rech, deing vell geschey aff ierden als vey em hemmel, auser däglich briut gaff aus heigd, ond fergaff aus auser schuld, vey mir fergien auser en schuldigen. Feir aus nét en fersechung, saunderen erlüs aus von dem üvvell. Denn deing ess dat rech, dei krafft, ond dei herrleget, von ieveget, zau ieweget, Amen (Geschichte der siebenbürgisch-sächsischen Dichtung) |
Geschichten vom Pitter Misch(1):Der Urlaub Guten Tag ihr guten Leut. Ich komme grad aus dem Urlaub zurück. Ich war unten. Ich fahre mit meiner Frau jeden Sommer hinunter. Das ist da alles viel billiger, und ausserdem komme ich mit der Pension von hier da unten viel besser zurecht. Ich habe aber keine kleine Pension. Ich habe mein ganzes Leben lang gearbeitet. 20 Jahre in der Uzina und 20 Jahre beim Daimler. In die Uzina hat mich damals noch der Tummes gebracht, der war ein Teufelsfuß. Der war früher unterm Hitler bei der DJ und nachher in der Partei. Und der hat mir die Arbeit in der Uzina verschafft. Und dann ist mein Schwager, der Bruder von meiner Frau , drüben geblieben. Also hier, in Beblingen. Und dann haben wir die Papiere eingereicht, denn da unten wurde es immer schlechter. Und dann war großes Spektakel. Ich habe immer gehört, das das Probleme gibt. Aber dann, an einem Tag, haben sie uns auch eingeladen. Und sie haben mich gefragt: "Warum willst du weggehen?" Und ich habe gesagt: "Schau, meine Frau hat sich mit ihrem Bruder immer sehr gut verstanden. Und jetzt hat sie Sehnsucht nach ihm." Und der: "Sie sollte aber eigentlich Sehnsucht nach dir haben." Schau, so hat der Bengel mit mir geredet. Dem hab ich dann eins erzählt. Meine Frau hat nach der Vernehmung tagelang geberrelt. Aber dann haben sie uns doch rausgelassen. Hey, und dann habe ich beim Daimler angefangen. Ganz andere Zustände. Da wunderst dich nicht mehr, das die Deutschen es so weit gebracht haben, und die Rumänen zu nichts gekommen sind. Und im 99er bin ich dann in Pension gegangen. Und dann habe ich zu meiner Maio gesagt: "Lass jetzt die Putzerei. Wir richten mein Elternhaus wieder her, und ziehen den Sommer über nach Siebenbürgen." Denkst du aber, das ging so einfach. Das Haus haben wir sehr schnell zurückbekommen, da hat der Nelu nachgeholfen. Aber der Nelu hat gleich gesagt: "Die Zigeuner kriegst du da nicht raus." Die haben sich da einfach breit gemacht. Ohne Papiere, ohne nichts, haben die da einfach gewohnt. Und nichts haben sie da gemacht. Ich habe das schon früher gesehen, was für ein faules Gesindel das war, als ich im Sommer immer beim Nelu war. Aber irgendwie hat er die da rausgekriegt. Der hat einen Besen vor ihre Haustür getan, und als sie gesehen haben, das sie ab und zu auch mal kehren sollten auf der Straße, da sind die weg. Na ja, und dann das ganze Gerumpel da, bis wir das heraus gekriegt haben. Das hat gestunken, wie in 10 Tzigäniii. Auf jeden Fall, der Nelu hat dann Kanalisation ins Haus gelegt, und ein piekfeines Bad hat er gebaut, und jetzt fahre ich jeden Sommer mit meiner Maio vom Mai bis September runter. Aber ich glaub, ich hab euch jetzt genug enerviert. Meine Frau wartet zu Hause mit dem Essen auf mich. Macht es gut. |
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Baumstriezel aus Berlin Ein Stück süße Heimat (SBF ick hör dick tappsen!) wird seit neuestem auf dem Charlottenburger Wochenmarkt am Karl August Platz angeboten: Original Baumstriezel aus Siebenbürgen. Der Wochenmarkt findet jeden Samstag statt. Wer Samstags keine Zeit hat, oder wer deswegen nicht extra nach Berlin will, der kann auch auf der Homepage Baumstriezel bestellen. Guten Apettit. |
Allein unter Wölfen
Sie heißen Enni Janesch, Hagen Jobi, Herwig Bosch und Richard Wagner. Im roten NRW haben diese Sachsen bei den letzten Kommunalwahlen beachtliche Erfolge eingefahren - für die CDU. Bei Janesch, Jobi und Bosch ist es gar nicht mal verwunderlich, sind sie im Oberbergischen doch unter ihresgleichen. Aber ganz schwarz ist Drabenderhöhe noch nicht, denn mit Johann Lezanska ist auch ein SPDler in den Wiehler Stadtrat eingezogen. Der stammt allerdings aus der Ukraine und nicht aus Siebenbürgen. |
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Ursachenforschung: Die 7 Über die Zahl 7 weiß Peter Moosleitners Magazin im November 2004 zu berichten: "Schon die Bibel misst zum Beispiel der Zahl Sieben eine besondere Bedeutung bei: Am siebten Tag ruhte Gott bei der Erschaffung der Welt. Sieben Todsünden gibt es und sieben Sakramente. Siebenmal umrundeten sieben Priester an sieben Tagen die Stadt Jericho, dann brachte der Ton von sieben Posaunen die Stadtmauern zum Einsturz. Im Alten Testament gilt die Zahl Sieben als Zahl der Fülle, sie symbolisiert eine von Gott gewollte Totalität, ist quasi durchdrungen von dieser göttlichen Schwingung. Auch außerhalb der Bibel wird die Sieben auffällig oft gesichtet: Rom wurde auf sieben Hügeln gegründet, sieben Weltwunder zählten die Griechen. Deutsche Märchen kennen die Siebenmeilenstiefel, einen Wolf, der sieben Geißlein verspeisen will, und ein Schneewittchen, das von sieben Zwergen bedient wird. Heute noch sprechen wir vom siebten Sinn, wähnen uns im siebten Himmel und finden es passend, dass James Bond die Nummer 007 trägt. Selbst die Natur scheint die Sieben zu bevorzugen: Sieben Töne hat die Tonleiter, sieben Farben der Regenbogen, und in unserem Kurzeitgedächtnis finden genau sieben Ziffern Platz." Jetzt weiß der Sachs auch, warum er aus Siebenbürgen kommt, heißt es doch schließlich auch in seiner Hymne:"Siebenbürgen, Land des Segens, Land der Fülle und der Kraft." |
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Renault plant: Dacia für Deutschland Nach dem überraschenden Erfolg von "Dragostea din tei" macht sich nun ein anderes Produkt auf den Weg, die westeuropäischen Märkte zu erobern. Nach der überwältigenden Resonanz auf den Dacia Logan hat Renault beschlossen, den Wagen auch westlich von Wien anzubieten. Mit den 5.000 Euro als Startpreis wird das allerdings nichts. Aber selbst bei 7.500 Euro kommt die Konkurrenz ins Schwitzen, selbst die aus Fernost. Und die Bahn kann jetzt getrost die Preise erhöhen: Billigfahrer können sich ja jetzt ein rumänisches Auto kaufen. |
Franz Kafka: ZuckmantelEine sensationelle Nachricht wurde neulich im Zuckmantler Geschichtenbuch verkündet: Franz Kafka soll die Ferien in Zuckmantel verbracht haben, und da auch sein erstes sexuelles Erlebnis gehabt haben. Das war uns dann gleich eine Recherche wert. Doch dann stießen wir auf Tschechisch Schlesien(zu Kafkas Zeiten noch Österreichisch Schlesien). Die bekannteste Stadt der Gegend ist Ostrau(tschech.: Ostrava), und in dieser Region befand sich auch ein Sanatorium in einer Ortschaft namens Zuckmantel. In diesem Sanatorium verbrachte der Kafka 1905 seine Sommerferien und hatte bei diesem Aufenthalt sein erstes sexuelles Erlebnis. Bis 1948 hieß der Ort auch auf tschechisch Cukmantl, danach Zlate Hory. |
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Sind die Sachsen noch ganz dicht?
Ja, das könnte man meinen wenn man die Diskussionen der letzten Zeit in den Foren der guten Stube der Netzsachsen verfolgt. Bei all den Autonomiebestrebungen und der antirumänischen Stimmung sollten die Sachsen eigentlich dankbar sein, hat doch die Wissenschaft gerade herausgefunden, dass die Gehirne zweisprachig aufgewachsener Menschen eine dichtere Hirnsubstanz aufweisen. Allerdings wachsen viele unserer Kinder seit 1990 nicht mehr zweisprachig auf, was einige der aufkommenden Defizite erklären würde. Warum sollten da die neuen Sachsen ein weniger medienvermatschtes Gehirn haben als die anderen Europäer zwischen den Pyrenäen und dem Kaukasus? |
| Beiträge in dieser Ausgabe von Peter Dietrich, Jürgen Schiel, Hans-Detlev Buchner, Günther Melzer |
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| SiBild-Spezial-Archiv: Nr. 1 (April 2003) | Nr. 2 (Dinkelsbühl 2003) | Nr. 3 (Länderspiel 2004) | Nr. 4 (Dinkelsbühl 2004) |
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| Dieser Newsletter wird herausgegeben von Hans-Detlev Buchner und Günther Melzer » www.rokestuf.de | ^^^ |