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Bedauernswerte Studentin: Geruchsschock in Rumänien Unterträgliche Qualen durchlitt das Geruchsorgan eine Studentin aus Wiesbaden während eines Auslandsemesters in Klausenburg. Dem Wiesbadener Kurier wußte die gepeinigte Dame zu berichten: "Zu Ostern bleiben die Frauen und Mädchen zu Hause und warten, das die Verwandten kommen und sie mit Parfüm besprühen. Deospray wird aber auch benutzt, das ist billiger. Danach riecht man, das ist zum Davonlaufen." Mit weniger Geruch geht das Bespritzen jetzt in der Rokestuf. Und Autofahren kann man danach auch noch. Frohe Ostern! |
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Rein virtuell: Hattrick Cheerleader
Eine besondere Ehre wurde im Februar einer landlerischen Trachtengruppe zuteil. Nach dem im Januar die Cheerleader des Teams VfL Vorwärts Gießen 03 wegen Freizügigkeit arg in die Kritik geraten waren, wurden die Landlerinnen als Pausenfüller verpflichtet. Über die Wahl waren aber nicht alle glücklich. "Die nächsten suche ich persönlich aus," soll der Manager des Teams sich bei der Präsentation der Neuverpflichtung in den Bart gebrummt haben. Und klickte sich daraufhin seine Mannschaft für das nächste Spiel zusammen.
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Endlich: In der NATO Der Beitritt war in den letzten 13 Jahre ein Politikum obersten Ranges. Jetzt wurde der Traum im zweiten Anlauf Wirklichkeit. Seit dem 2. April ist Rumänien in der NATO drin. Es waren dabei vor allem die Amis, die frohlockten, da die amerikanische Kriegspolitik in den Beitrittsländern ausnahmslos Zustimmung fand. Ende Juni soll es auf der Donaubrücke zwischen Giurgiu und Russe auch ein Begrüßungskonzert für die Rumänen und die Bulgaren geben. Inszeniert wird das ganze von Jean-Michel Jarre. Ja, genau, von einem Franzosen. Die Chancen stehen also nicht schlecht, dass der Event ein Friedenskonzert und kein Freiheitskonzert wird. BMW rulez Neues weiß der Auslandskorrespondent der Siebenbürgischen Zeitung aus Rumänien zu berichten. Während die ausgewanderten Sachsen sich mit Autos der Marke Audi und Opel zufrieden geben, bricht in Rumänien ein neuer Trend aus: Man fährt BMW. Nach jahrelangem Ärger mit den in Pitesti produzierten Dacias, bei denen nach 10 km die Fahrertür abfiel, besinnt man sich in dem Karpatenland auf Qualität. Mehr noch: Jeder 5. Rumäne besitzt inzwischen ein Auto. Damit wäre eine wichtige Lücke zur EU geschlossen. In Spanien, England und Portugal ist die PKW-Dichte nämlich genauso hoch. |
Große Sachsen(2): Der Kommunist
Ion Gheorghe Maurer! "Seinem Namen nach wären deutsche Sprachkenntnisse zu erwarten gewesen, doch sprach er französisch," schrieb der ehemalige deutsche Botschafter Erwin Wickert über den "Patrizier unter den Plebejern". Maurer, Sohn eines Sachsen und einer Französin, war schon in den 30er Jahren aktiv in der RKP. Als Anwalt vertrat er mehrere Parteiaktivisten vor Gericht und verhalf dem größten rumänischen Kommunisten Gheorghe Gheorghiu-Dej zur Flucht aus dem Lager von Targu Jiu. In den 60ern wurde Maurer Premier-Minister und war maßgeblich an der Installation Ceausescus im höchsten Parteiamt beteiligt. Dann zog er aber gegenüber dem Diktator den kürzeren und verschwand aus der aktiven Politik. Seiner Gesundheit hat das offensichtlich nicht geschadet: Er verstarb im Februar 2000 im Alter von 98 Jahren.
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Wie die Sibis nach Deutschland kamen Die Volkslegende sagt: Jeder ausgewanderte Sachs findet sich über das Kopfgeld, das die BRD an Ceausescu gezahlt hatte, in einem goldenen Wasserhahn in den Prunkpalästen des roten Vampirs wieder. Doch die Wahrheit liegt viel tiefer, und SiBild holt sie an die Oberfläche: Es zog einst ein schwarzroter Fürst aus deutschen Landen in Richtung Walachei mit dem festen Vorsatz: "Ich habe Geiseln aus einem Flugzeug befreit, also befreie ich auch Deutsche aus Rumänien." Diesen Gedanken trug er dem kleinen Vampir, der das Land beherrschte, vor, doch dieser winkte ab: "Nu! Imposibil!" Der deutsche Fürst, ein Pragmatiker wie er im Buche steht, hatte aber auch einen Schlachtplan bereit. Und so schlug er seinem Gegenüber ein Glücksspiel vor: "Ich stelle mich mitten im Land auf, und frage den ersten der vorbeikommt, ob er mit mir mitgehen will. Wenn der Angesprochene mich versteht und die Frage bejaht, bekomme ich die Deutschen." Das war geschickt eingefädelt. In diesem Landstrich unweit von Agnetheln war die Wahrscheinlichkeit gar nicht so gering, das das Vorhaben gelingen könnte. Aber nach einigen Beratungen mit seinem Hofsecuristen ließ sich der geliebteste Sohn des rumänischen Landes auf das Geschäft ein. So zogen die beiden Landesherrscher über einen Feldweg in der Mitte des Landes. Im Umkreis von 1 km sorgten die Sicherheitsleute dafür, das keine falsche Person in die Nähe der beiden kam. In aller Herrgottsfrüh wollte ein Sachs das Feld bestellen, doch er bekam 100 Lei und musste sich an diesem Tag von dem Acker fernhalten. Doch dann war für die Sicherheitsleute plötzlich Rettung in Sicht. Am Horizont tauchte ein sich zankendes und krakeelendes Zigeunerehepaar auf. Freudig wurden die beiden auf den richtigen Weg geleitet, um den Herrschern direkt in die Arme zu laufen. Als die vier sich gegenüber standen, fragte der Fürst aus dem fernen Lande: "Guten Tag, die Herrschaften, kommen Sie mit?" Dem Angesprochenen fuhr es ins Rückenmark und es kam aus ihm wie aus einer Pistole: "Jawoll, Herr Schmidt." Der mittlerweile ergraute Mann hatte sich vor Jahren bei einem Sachsen im Ort als Tagelöhner verdingt, und der hieß... Genau: der hieß Schmidt! Und so gewann der deutsche Fürst die Wette und die Sibis durften ziehen. |
| Pufuletzladen |
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| in Drabenderhöhe | |
Eine einzigartige Enteckung machte eine Journalistin von der rumänischen Zeitung "Evenimentul zilei". Weitab von heimatlichen Gefilden landete sie in einem Dorf, in dem die Straßen eingedeutschte rumänische Namen hatten. Das Dorf wurde von einem der Kanzler Helmut Kohls(sic!) gegründet, um die Sachsen an einem Ort zu vereinen. Doch das allerbeste entdeckte sie erst zum Schluss: einen Laden voll mit Pufuletz und Eugenia. Bedauerlich nur, das der Laden kurz vor der Pleite stand, sonst hätte die Dame bei so vielen heimatlichen Gefühlen noch beschlossen, sich in dem Ort niederzulassen. Sie hätte an den Drabenderhöhern ihre helle Freude gehabt.
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Erst glaubte man an einen Aprilscherz, doch dann wurde es ernst. Am 1. April kehrte der Bundespräsident Johannes Rau in Drabenderhöhe ein. Der Ort, in dem inzwischen mehr Siebenbürger als Alteingesessene wohnen, sollte dem ersten Mann im Staat als Anschauungsobjekt mustergültiger Sachsenintergration dienen. Während schon im Vorfeld die Frage auftauchte, ob es sich bei dieser Fremden-Konzentration nicht doch um ein Ghetto handele, kam es dann tatsächlich anders. Der Bassgitarrist der örtlichen Tanzkapelle kramte sein sächsisches Hemd aus dem untersten Eck seiner Trunn heraus und traf sich mit Vater Johannes zu einer Tasse Kaffee. Also "Nix Ghetto", alles wie in den guten alten Zeiten!
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zu Ostern... Aus Gürteln:
Hainderm Häus do stieht en Huas, do stohn viel Huasen ohnen Huisen, denn de Huis äs äm Häus. Aus Michelsberg: Huaingderm Hiáus stoit án Háuas, dái stáun viol Háuasen áunán Huiasán, dien dá Huias ias iam Hiáus. Weitere Dialekte gibt es hier. |
Zitat "Drabenderhöhe ist auch ein Sonderfall. So hochkonzentriert gibt es die Sachsen (zum Glück) nicht ein zweitesmal in Deutschland. Wir sind schon als Individuen schwer zu ertragen, als Horde erst recht..." (joker) |
Stilblüten
Hallo, Purschen!Ihr dürft hier nicht pippen! |
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Oskar a posteriori Hosenträger der Erkenntnis
Der 1927 in Hermannstadt geborene Oskar Pastior hat es gut. Er wird mit
Preisen nur so überhäuft. 2002 war der siebenbürgische Wortverdreher sogar
Erich-Fried-Preisträger. Aber der Mann hat das auch verdient, schliesslich
gilt er als einer der eigenwilligsten, produktivsten und sprachmächtigsten
Dichter der deutschen Sprache.Gerade mal 18 Jahre alt war er, als er 1945 in das sowjetische Arbeitslager im Donbas deportiert wurde. Nach der Rückkehr 1949 war er als Gelegenheitsarbeiter unterwegs, 1955-1960 studierte er Germanistik und war anschließend Redakteur beim Rumänischen Rundfunk in Bukarest. Seit 1969 lebt er als freier Schriftsteller in Berlin. Oskar Pastiors furiose Sprachspiele sind einzigartig - einzigartig ist auch das, was Paul Jandl über Oskar Pastior zu sagen hat: "Oskar Pastiors Schreiben ergibt eine Literatur der Relationen, der Verhältnisse und Verhängnisse in allen Grössenbereichen der Sprache. Einen Metabolismus, in dem Phoneme sich Phonemen anverwandeln, Wörter ihrer Zitathaftigkeit überführt werden und ganze Texte mit anderen gekreuzt werden durch andere neu und fortgeschrieben werden. Das Wort verbindet und kontaminiert sich, erinnert sich, geht Anklänge ein und pflanzt sich fort. Das Scharnier der Sprache ist der Genitiv, von dem Oskar Pastior, wohl mit Recht, vermutet, dass seine Fähigkeiten an die «Jahrhundertfrage Subjekt - Objekt» rühren. Noch allerdings misstraut der Dichter dem Begriff der Hermeneutik und ersetzt ihn, für den Fall, doch im Trüben zu fischen, durch die 'Hermenautik'. 'vom löschen des durstes abgesehen / ist das hören des genitivs / der hosenträger der erkenntnis // das verleihen des ohres / die behandlung des arztes.' Oskar Pastior ist behandelnder Arzt, er hört ab und sucht nach dem 'polyvalenten Genitiv-Genital' der Wörter und Texte. Eine Arbeit die auf undogmatische Art heimisch ist in den Gebieten der Homolettrien und Lautpalindrome, der metrischen Mimikry und der Anagramme. Mitunter jedoch frönt er der Leidenschaft, als Oskar Pastior auch ein Oskar a posteriori zu sein. Dann wird Benn mit Kleist gekreuzt, Hugo Balls Lautpoesie «Karawane» ins Krimgotische übertragen oder, noch einmal, Petrarca übersetzt. Und es erweist sich: Auf eigentümliche Weise war Pastior immer schon vor Petrarca, vor Hugo Ball, Kleist und Benn." Alles klar? Zum ersten Mal seit vielen Jahren werden einige der wichtigsten Bücher von Pastior wieder zugänglich und bilden den Auftakt zur großen Werkausgabe "Jetzt kann man schreiben was man will" des Dichters. Versammelt sind die Gedichtbände von "Gedichtgedichte" bis "Fleischeslust" und "An die Neue Aubergine", die Pastior in den siebziger Jahren schrieb. Pastior ist aber auch heute noch äußerst produktiv und auch neuen Medien gegenüber sehr aufgeschlossen - so enthalten viele seiner zuletzt veröffentlichten Bücher als Beilage eine Audio-CD, so z.B. das im September 2002 erschienene "o du roher iasmin" oder das erst vor wenigen Tagen zusammen mit Gertrude Stein veröffentlichte Werk "Reread Another. A Play / Nochmal den Text ein anderer". |
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Peter Maffay Alle Tassen im Schrank? ![]() Angeblich hätten die meisten Menschen eine besondere Beziehung zu ihrer Tasse Kaffee, meint zumindest die Saeco Handelsgesellschaft mbH und produziert mit der Künstlerin Jeanet Hönig die Tassenserie "people and coffee". Alle Tassen sind einzeln nummeriert und in der Stückzahl streng limitiert. Die Serie wird jedes Jahr um zwei Portraits erweitert. 2003 war unter anderem auch Peter Maffay dran. 5 € von jeder verkauften Tasse gehen an die Peter Maffay Stiftung, zugunsten durch Gewalt traumatisierter Kinder. Die neumodische Maffay-Kaffee-Tasse passt zwar nicht so ganz zu den sonstigen Korond-Kaffetassen die ein Siebenbürger Sachsen üblicherweise in seinem Schrank hat, aber da es ja einem guten Zweck dient, sollte selbst ein Sibi dem neumodischen Schnick-Schnack eine Chance geben. |
Ingrid GündischEs hagelte Schuhe Ingrid Gündisch, Tochter der bekannten siebenbürgischen Schriftstellerin Karin Gündisch, wurde 1977 in Bukarest geboren und siedelte 1984 in die Bundesrepublik aus. Die Schauspielregisseurin, die von sich sagt: "Ich rolle das 'r' noch immer", arbeitet seit 2002 am Schauspiel Köln, wo ihr im Februar 2003 mit "Yard Girl" von Rebecca Prichard eine gefeierte Inszenierung gelang. Ihr neueste Inszenierung, das Fassbinder-Stück "Die bitteren Tränen der Petra von Kant", feierte am 23. März Premiere, für Schlagzeilen sorgte die Fassbinder-Inszenierung allerdings schon vor der Premiere: Für das Bühnenbild waren elegante hochhackige Pumps vorgesehen, der Theaterfundus bot aber nur ausgelatschte Treter, woraufhin die Sprecherin des Schauspiels Köln, wegen des knappen Etats, öffentlich zu Schuhspenden aufrief. Der Aufruf war mehr als erfolgreich: Es hagelte 170 Paar Schuhe, viele davon ungetragen. Die beiden letzten Vorstellungen finden am 15. und 28. April statt, jeweils 20 Uhr. Karten gibt es im Internet unter www.buehnenkoeln.de |
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| Beiträge in dieser Ausgabe von Hans-Detlev Buchner, Günther Melzer, Peter Dietrich |
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| SiBild-Spezial-Archiv: Nr. 1 (April 2003) | Nr. 2 (Dinkelsbühl 2003) | |
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