Jetzt im Kino
Kidman in
den Karpaten
 
"Wir suchten einen passenden Drehort für unseren Film, und fanden ihn in Transsilvanien. Als wir zurückkehrten zum Originalschauplatz, stellten wir fest, das die Region um Ashville in North Carolina auch Transylvania heisst," so der Set-Designer Dante Ferretti über seine Beweggründe die Kulissen für den amerikanischen Bürgerkriegsepos "Unterwegs nach Cold Mountain" in Rumänien aufzubauen. So machte sich ein Star-Ensemble um Regisseur Anthony Minghella auf, um in der Wildnis Osteuropas einen Film zu drehen. Während Jude Law in der walachischen Tiefebene auf dem Schlachtfeld verwundet wird, kämpft seine angebetete Nicole Kidman zusammen mit Rene Zellweger auf einer Farm bei Rosenau ums Überleben. Der Film läuft seit dem 19. Februar 2004 in den deutschen Kinos. Und das Sahnehäubchen: Rene Zellweger bekam für ihre Nebenrolle einen Oscar. Lob gab es auch von dem Militärexperten Brian Phanka für die rumänischen Soldaten, die als Statisten an den Schlachtszenen mitgewirkt haben: "Rumänische Soldaten sind wesentlich jünger und schmächtiger als amerikanische", erklärt Phanka, "deshalb ähnelten sie echten US-Bürgerkriegssoldaten sehr, da die Amerikaner damals zierlicher waren als heute."
08.03.2004 - Preis: 0,50 €

SiBild

Nr. 19 - Abonnenten: 173
Ein Herz für Massenmörder
Dead men never come back
Spiegel Online: "Es gibt kein Argument für die Todesstrafe an Massenmördern, die als Verantwortliche in einem souveränen Staat gewirkt haben - außer einem: Dead men never come back. Deswegen hat die zivilisierte Welt beide Augen zugedrückt und erleichtert aufgeatmet, als Nicola(!) Ceausescu vor genau 14 Jahren an die Wand gestellt und erschossen wurde. Aber da waren es Rumänen, die mit ihrem "Conducatore" kurzen Prozess machten, und außerdem war Claudia Roth noch nicht Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung."
Eine kleine aber feine Gemeinschaft
Die letzten Mohikaner
Eine kleine aber feine Gemeinschaft wird unter www.evang.ro präsentiert: die Evangelische Kirche A.B. Rumänien. Zwar hat das Landeskonsistorium noch keine Webseite auf die Beine gestellt, sehenswert ist von den Links auf dieser Seite vor allem die Seite der Malmkroger unter www.evang.ro/malmkrog.

Mit etwa 160 Seelen dürfte diese Kirchengemeinde zu den stärkeren unter den siebenbürgischen Dörfern gehören. Dank eines aus Deutschland importierten Pfarrers ist auch das Gemeindeleben noch weitgehend intakt. So gibt es regelmäßigen Gottesdienst, Bibelstunden, Kindergottesdienst und - man höre und staune - alljährlich eine Konfirmationsfeier.
Goldener Bär für
Eine Stange Kent und ein Päckchen Kaffee

Keine Sibel Kekilli, aber "Eine Stange Kent und ein Päckchen Kaffee" schickte Rumänien in diesem Jahr bei der Berlinale in den Wettbewerb. Mit "einfachsten Mitteln aber fantastischen Dialogen" (so die Filmkritik aus Berlin) heimste der Filmemacher Cristi Puiu einen Goldenen Bären für den besten Kurzfilm ein.
Der Film erzählt die Geschichte eines alten Mannes, der eine Arbeitsmöglichkeit sucht. Doch wer Arbeit haben will, darf nicht mit leeren Händen kommen, selbst wenn der Arbeitgeber der eigene Sohn ist.
Spieglein, Spieglein an der Wand
...wer ist die Schönste im ganzen Land?

Diese Frage zu beantworten, haben sich ein paar Model-Agenturen in Rumänien zum Ziel gemacht. Unter www.miss.ro können sich entsprechend interessierte Damen anmelden, und die Besucher können ihre Favoritin wählen. Und es versteckt sich so mancher Augenschmaus auf den Seiten. Vorwiegend Schülerinnen und Studentinnen die lieber heute als morgen die Schulbank gegen den Laufsteg tauschen würden. Und so manche Kandidatin bringt auch Datenbanken zum Absturz.
Erotic Made In Romania (2):
Plai(cu)boi

Ihr kennt Larry Flint, Ihr kennt Hugh Heffner? Stop! Es gibt einen, den kennt ihr noch nicht: Mircea Dinescu. Der Mann, der einst am 22. Dezember 1989 schweißtriefend verkündete: "Er ist weggelaufen, wir haben gewonnen!" stieg nach dem Umsturz sehr bald zum größten Satire-Publizisten Rumäniens auf. Nachdem er mit der "Academia Catavencu" seinen Landsleuten überhaupt erst den Begriff Politsatire nahegebracht hat, machte er sich auf zu neuen Ufern, und veröffentlichte mit "Plai cu boi" eine Erotik-Zeitschrift, die eindeutig erkennbar seine persönliche Handschrift trägt. Herzzerreißend liest sich das Schicksal der armen Dusenka, dem Mädchen von jenseits des Pruths, das sein Glück in Bukarest suchte. Oder das der beiden Mathelehrerinnen, die das Geld, das sie bei der Erdbeerernte in Spanien verdient haben, in eine heimische Mühle investierten. In einer Bilderserie erfährt man schließlich, was die "multifunktionale Frau" alles bieten muss. Typisch Dinescu eben.
Online-Wörterbuch
Schick den Otata in Ägrisch
Die Stilblütensammlung unseres Newsletters erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit. Nägel mit Köpfen haben die Teilnehmer eines siebenbürgischen Schilagers gemacht, und Ausdrücke, die unsereinem schonmal lieb und teuer sind, in Wörterbuchform zusammengefasst. Wenn der Otata lieber Mehlspeis statt Giwetsch ißt, dann kann man ihn getrost in Ägrisch schicken, und mit dem vorliegenden Wörterbuch verstehen auch Nicht-Siebenbürger was damit gemeint ist. Zu finden ist die Sammlung auf den Seiten der HOG Kronstadt.
Sächsisch   
zum 8. März...

Sei froh, dass du sie hast

Der Pitter Misch und seine Frau
gehen auf der Gass und er ist blau.
Sie ist ihm Stütze und sie flucht:
"Hut ihr weder Pali gemucht?"
Am nächsten Morgen jammert er:
"Dot wor bestammt der licht Likör.
Ech dränken nemi, nakest mieh."
Sie schaut ihn an, dann lächelt sie:
"Ech kennen dich, dot wirst ta net.
Ech wieß jo, wai ta bast!"
Mehr sagt sie nicht! Drum lieber Misch
sei froh, dass du sie hast.
Zitat     

Es tut mir leid, ich krieg das Gefühl nicht los, wir wissen, dass wir alle in einem Boot sitzen und das wir untergehen müssen... aber wir bleiben im Kahn statt auf ein stattliches Schiff zu wechseln. Dann könnte später wenigstens nach dem Wrack gesucht werden. Der Kahn wird keine Übereste hinterlassen.
(gogesch)
Stilblüten  
Hiesige:
Süßer, wieso kommst du so spät?

Sibi:
No, die Leiche auf der ich war, die hat sich ganz schön in die Länge gedehnt.

~ . ~ . ~

Hiesige:
Na Süßer, wie gefällt dir das?

Sibi:
Mehr wie du es machst, es ist immer stramm.
SiBild Märchenstunde
Die Suche nach Dümmeren: Aus Verzweiflung?
Lange Zeit blieb es dem Leser ein Rätsel, warum Claus Stephani seinerzeit im Sommer 2002 "noch Dümmere" gesucht hat. Des Rätsels Lösung liefert nichts geringeres als das Märchen aus der Sammlung von Josef Haltrich, das Stephani im Artikel selber angesprochen hatte, ohne näher drauf einzugehen: Ein Mann war einst ziemlich bekreidet über die Dummheit seiner eigenen Sippe und machte sich auf einen langen und beschwerlichen Weg um noch Dümmere zu suchen. Und siehe da, er wurde fündig, und erst da fand er seinen inneren Frieden. Hat Stephani in dem Artikel also doch eine Botschaft an seine Mitsachsen versteckt?

Für diejenigen, die das Märchen noch nicht kennen, haben wir aus der Digitalen Bibliothek Braunschweig die dritte Auflage "Deutsche Volksmärchen aus dem Sachsenlande in Siebenbürgen" aus dem Jahre 1882 rausgekramt.


Toni Polster
Endlich "Ja" zu Silber!
Spät aber doch nahm der ehemalige österreichische Nationalspieler Toni Polster Ende Dezember 2003 den Silbernen Schuh der Saison 1986/87 an. Unter dubiosen Umständen verpasste er seinerzeit den Goldenen Schuh des erfolgreichsten Torschützen des Kontinents und verweigerte daraufhin die Annahme des Trostpreises. Der rumänische Stürmer Rodion Camataru schoss damals in den letzten 6 Spielen der Saison 21 Tore für Dinamo Bukarest. Das war nicht nur sensationell, sondern schlichtweg abgekartet: Camataru schoss 2 bis 5 Tore pro Spiel, und die Gegner nahmen trotzdem Punkte mit nach Hause, was dann für Dinamo zu Ergebnissen wie 3:3, 3:4 oder 4:5 führte. Der rumänische Fußballverband beanstandete diese offensichtlichen Absprachen jedoch nicht, und so blieb der UEFA nichts anders übrig, als Camataru den Goldenen Schuh zu verleihen.
Triboard
Hals und Beinbruch
Eine halsbrecherische Erfindung hat Detlev G. Barthmes auf der Sportartikelmesse in München vorgestellt: Ein wintertaugliches Skateboard. Sowas gibt es doch schon lange, wird der erfahrene Snowboarder jetzt dagegenhalten. Doch um das ganze noch ein bisschen komplizierter zu gestalten, wird in diesem Fall das Snowboard über einen besonderen Mechanismus auf zwei Schier geschraubt. Halfpipe-Freaks, denen fester Boden unter den Füßen Albträume bereitet, soll das Gerät den Himmel auf Erden bescheren. Und die anderen können es als Schlitten benutzen. Darauf kann auch nur ein Siebenbürger kommen.
Nicole Kidman:  Ich habe das Landleben und den Winter in Rumänien genossen. In unserem Dorf, dem Drehplatz, sind Bären die Straße entlang gelaufen, und Wölfe haben in der Nacht geheult. Wir haben uns fast die Finger abgefroren.
Beiträge in dieser Ausgabe von Hans-Detlev Buchner, Günther Melzer, Peter Dietrich
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SiBild-Spezial-Archiv: Nr. 1 (April 2003) | Nr. 2 (Dinkelsbühl 2003) |
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